Sind Türhopser schädlich?

Die Meinungen zu Türhopsern für Babys gehen stark auseinander und das Thema wird unter Eltern heiß diskutiert. Warum eigentlich? Sind diese Hopser wirklich so schlimm und gefährlich oder wird daraus ein riesen Getöse gemacht?

Fragen Sie Ihren Arzt, Ihre Hebamme oder Ihre Nachbarin

Einige Hebammen, Ärzte, Physiotherapeuten und einige Forschungsinstitute sind alarmierend laut geworden. Seit den 70er Jahren wird von Orthopäden der Türhopser als schädlich eingestuft. Einige Fachleute warnen vor der »lapidaren Begründung«, nur ein paar Minuten würden nicht schaden. Fakt ist, dass es keine ausreichende Langzeitstudie gibt, die erforschen könnte, ob Türhopser schädlich sind oder nicht. Türhopser-Gegner behaupten, dass die Folgen nicht sofort zu erkennen seien und Spätfolgen erst Jahre später gefunden werden könnten. Fußfehlstellungen, Hüftprobleme, Probleme mit dem Rücken. Dadurch dass die Eltern sehen: »Mein Kind hat Spaß, also kann es nicht schädlich sein«, wächst die Gefahr, Spätfolgen als diese nicht zu erkennen. Rückenprobleme können von allem möglichen kommen, nicht wahr? Wer denkt da schon, dass der Türhopser, welches das Kind vor 3 Jahren benutzt hat, die Ursache sein könnte? Unter den Fachleuten selbst herrscht Meinungsverschiedenheit. Denn nicht alle teilen die Skepsis ihrer Kollegen. Die Meinungen der Eltern sind verschieden. Die einen mögen den Türhopser, die anderen verabscheuen ihn. Wer unsicher ist, kann auf alternative Spielgeräte wie etwa ein Schaukelpferd, eine Babyschaukel oder eine Babywippe ausweichen.

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Wo liegt das Problem?

Das Problem liegt darin, dass ganz besonders besorgte, junge und frische Eltern verunsichert sind und weiterhin verunsichert werden. Fragen Sie drei Leute zu dem Thema und erhalten Sie drei unterschiedliche Meinungen dazu. Sicher bezieht jeder seine Stellung, jedoch kann es dazu führen, dass Eltern erst recht verunsichert sind. Es herrscht keine Einstimmigkeit, weder unter Eltern, noch in den Fachkreisen und das macht es so schwierig für manche Eltern, zu entscheiden ob sie ihrem Kind einen Türhopser kaufen oder nicht.

Es macht Spaß – Kinder verstehen und Alternativen suchen

Wer merkt, dass sein Kind gern seine Beine betätigt, der kann seinem Baby Alternativen anbieten. Die Babys wollen nicht hopsen, sie wollen etwas mit den Füßen bewegen. Dieser Wille ist bereits mit der Geburt vorhanden und wird ausgeprägter, je älter sie werden! Machen Sie den Test! Binden Sie einen mit Helium gefüllten Luftballon locker um das Beinchen oder Ärmchen des Babys und beobachten Sie Ihr Kind. Sie werden folgendes beobachten: Das Baby wackelt einige Male mit dem Bein oder dem Arm, jetzt merkt es, dass es dies beeinflussen kann. Dem Baby wird bewusst, dass es mit den Armen und Beinen etwas bewirken kann. Wenn Sie also glauben, Ihr Kind möchte hopsen, weil es auf Ihrem Schoß steht, wie eine Eins und dann an den Händen genommen hopst, dann liegt es nicht daran, dass es gern hopst, sondern dass es merkt, dass es mit den Beinen etwas bewirken kann: hoch und runter. Da Ihr Baby noch nicht in der Lage ist, sich selbst aufzurichten, belasten Sie seine Knochen. Es ist, als würde ein 110 kg schwerer Mann joggen gehen. Jeder Arzt würde ihm vom Joggen abraten. Seine Knochen können das Gewicht nicht halten, denn die Erdanziehung sogt dafür, dass beim Auf- und Ab, mehr als nur das eigene Körpergewicht auf den Kochen lastet. Nicht anders ist es bei den Babys, wenn sie durch Fremdeinwirkung in den Stand gebracht und festgehalten werden. Wobei das Hopsen auf dem Schoß der Mutter schonender ist, da die Mutter instinktiv das Baby stützt. Im Türhopser passiert dies nicht.

Nutzen Sie dieses Prinzip ganz ohne den Türhopser, in dem sie einen Ballon oder Ball als Spielzeug verwenden. Unter Aufsicht, binden Sie es an das Gitterbettchen und legen das Baby so dort hin, dass es mit dem Fuß den Ballon oder Ball erreichen kann. Oder halten Sie den Ballon an einer Schnur herunter, während das Baby auf dem Rücken liegt. Lassen Sie das Baby strampeln, um an den Balkon heran zu kommen. Das ist eine gesunde und kostenfreie Alternative zum Türhopser, die ebenfalls nur 5 Minuten dauert. Wenn es Ihnen um die Bespaßung geht, kann man sich ganz Vieles einfallen lassen. Sie müssen als Eltern auch akzeptieren, dass Menschen Langeweile haben. Und das ist gar nicht schlimm. Manche Eltern denken, wenn dem Baby langweilig ist, weint es sofort oder stellt Unsinn an. Dem ist nicht so. Langeweile fördert die Lust am Erkunden und genau das sollen die Babys tun, um ihre Muskeln zu trainieren. Denn nur ein Baby, welches die Wohnung erkunden darf (die Wohnung muss kindersicher sein!), wird die nächsten körperlichen Fortschritte machen. Wer sein Kind lieber in einen Türhopser steckt, damit man in Ruhe auf Toilette gehen kann, dem bieten sich ebenfalls Alternativen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es keine gesicherten Studien oder Beweise gibt, dass ein Türhopser schädlich ist. Genauso wie es keine Beweise gibt, dass ein Türhopser ungefährlich ist. Wenn das Kind alt genug ist, der Türhopser moderat und im Beisein der Eltern genutzt wird, so ist ein Türhopser vermutlich nicht gefährlicher als ein Tretauto oder ein anderes Kinderspielzeug. Lesen Sie auch unseren Türhopser Test in welchem wir empfehlenswerte Hopser vorstellen. Wer trotzdem leise Zweifel hat, der sollte auf sein Bauchgefühl hören und lieber ein anderes Spielgerät für sein Kind kaufen. Ein Schaukeltier ist beispielsweise ein tolles und sicheres Geschenk!

Am Ende muss jedes Elternteil selbst entscheiden, was es möchte, ganz gleich was es wie viel, vorher in Erfahrung gebracht hat. Zum Schluss ist es das Kind, dass den Eltern mitteilt, ob es in den Türhopser gesetzt werden möchte oder nicht, denn es gibt Kinder die es mögen und Kinder die es nicht mögen.


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